Blasse, übergewichtige Stubenhocker. Das ist das klassische Bild eines Gamers. Doch eine Studie in den USA hat jetzt das Gegenteil gezeigt: Spieler sind in überdurchschnittlich guter körperlicher Verfassung.

Ein Team der Universität von Kalifornien in Los Angeles, das Palo Alto Research Center und die Universität von Delaware führten die Untersuchung gemeinsam durch und befragten 7.000 Spieler des MMORPG EverQuest II über ihre körperliche und geistige Verfassung. Als Belohnung wurde den Teilnehmern der virtuelle Gegenstand “Greatstaff of the Sun Serpent” angeboten.

Ergebnis der Studie

Das Resultat ließt sich wie folgt:

  • Erwachsene Spieler haben einen BMI (Body Mass Index) von 25,2. Der amerikanische Durchschnitt liegt bei 28. Der BMI errechnet sich aus Gewicht in kg, geteilt durch das Quadrat der Größe in cm. Für junge Erwachsene sind Werte zwischen 19 und 25 ideal, größere Werte bedeuten Übergewicht.
  • Der durchschnittliche Spieler treibt ein- bis zweimal in der Woche Sport. Auch dieser Wert liegt über dem amerikanischen Durchschnitt.

Gründe

Bei den Gründen sind sich die Forscher nicht einig. Ein Verdacht ist, dass wohlhabende Menschen mit guter Bildung eher dazu neigen Computerspiele zu spielen und diese Menschen auch mehr auf ihre Gesundheit achten.

Negatives

Es gibt aber auch negative Seiten. Spieler neigen überproportional häufig zu Depressionen und Medikamenten-/Drogenmissbrauch.

Es ist gut möglich, dass sie sich zu Spielen hingezogen fühlen um ihrer emotionalen Notlage zu entfliehen. (Scott Caplan, Universität von Delaware)

Junge Männer dominieren nicht

Die Studie kam außerdem zu dem überraschenden Ergebnis, dass junge Männer nicht die dominante Gruppe in MMORPGs sind. Es gab mehr Spieler in den 30ern als in den 20ern und mit zunehmendem Alter steigt auch die Zeit, die ein Spieler mit EverQuest II verbringt. Außerdem spielen Frauen, wenn sie auch in der Minderheit sind, länger als Männer.

Auf Nicht-MMORPG Spieler übertragbar?

Ein gesicht aus dem Everquest 2 LogoMark Griffiths von der Nottingham Trent University aus Großbritannien kam zu dem Ergebnis, das Spieler Sport meist nur als Hobby und nicht exzessiv betreiben. Ferner stimmt er den Ergebnissen der Studie aus den USA zu, merkt aber an, dass hier nur ein MMORPG untersucht wurde. Diese Ergebnisse lassen sich nicht ohne weiteres auf Singleplayer Konselspiele übertragen, da die psychische Motivation solche Spiele zu spielen eine vollkommen andere sei.