Dutzende von Bugs und Menschen kämpfen gegeneinander.

Natural Selection 1 war für 6 gegen 6 Teams ausgelegt und wurde auf Public-Servern bis 16 gegen 16 gespielt. Dies hat wegen des starren Ressourcen-Systems dazu geführt, dass die Aliens mit jedem weiteren Spieler im Team länger auf den zweiten Hive und den ersten Fade warten mussten und gegen ein diszipliniertes Marine-Team mit gutem Commander keine Chance hatten. In Natural Selection 2 sollen die Schlachten dank eines dynamischen Ressourcen-Systems und intelligenter Karten auch mit mehr Spielern Spaß machen. Doch es stellt sich die Frage: Sind große Teams wirklich besser?

Was spricht gegen große Teams?

Es gibt viele Gründe, die für kleine Teams wie in NS1 sprechen:

1. Kleinere Karten mit mehr Individualität

Kleine Maps haben viele Vorteile. Die Entwicklungszeit pro Map ist geringer, was zu mehr Maps führen dürfte. Außerdem wird es bei einer großen Map schwierig viele einzigartige Locations zu schaffen und sobald Elemente anfangen sich zu wiederholen werden die Maps nicht mehr einprägsam und neue Spieler brauchen mehr Zeit um eine Karte wirklich kennen zulernen.

Auch die Kommunikation innerhalb des Teams würde durch große Maps stark erschwert werden. Selbst wenn die Ortsbezeichnungen mal nicht sitzen, ist auf Maps wie Veil oder Eclipse eigentlich immer klar welche Siege-Posi, welcher Gang oder welcher Schacht gerade gemeint ist. Auf deutlich größeren Karten wäre dem nicht mehr so.

2. Besseres Balancing

Die wichtigste Aufgabe für ein Computerspiel, das zwei vollkommen verschiedene Rassen im Multiplayer gegeneinander antreten lässt, besteht darin, für ein gutes Balancing zu sorgen. Doch nicht nur die Vielfalt an Waffen, Forschungen und Lebensformen will berücksichtigt werden. Auch eine höhere Zahl an Spielern erschwart ein ausbalanciertes Spiel, da schon kleine Ungleichgewichte mit steigender Spielerzahl stärker abused werden können.

3. Einfacheres Commanding

Der Job des Commanders ist kein dankbarer und in NS2 werden ihn, dank des Aliencommanders, doppelt so viele Teilnehmer einer Runde übernehmen müssen. Ich vermute jeder wird nachvollziehen können, dass diese Aufgabe nicht einfacher wird, wenn sich die Anzahl der zu kontrollierenden Spieler verdoppelt bis verdreifacht.

4. Bessere Performance

Egal wie hardware-schonend die Engine sein wird, bei 32 Spielern gleichzeitig steigt sowohl die Belastung des Servers, als auch die jedes Clients. Da kann bei parallel betriebenem Teamspeak 2 auch ganz schnell die eigene Leitung zum Flaschenhals beim Zocken werden.

5. Mehr Server

Die Serverliste für Natural Selection aus Steam.Weniger Spieler pro Server und geringere Last pro Server (und somit ein geringerer Preis pro Server) sollten dazu führen, dass es mehr Server gibt. Neben der gesteigerten Wahrscheinlichkeit für jeden Spieler einen Server mit guter Ping zu finden, resultiert hieraus auch eine größere Vielfalt von LUA-modifizierten Servern. Gerade in dieser Vielfalt wird eine der Stärken von NS2 liegen.

6.  Bessere Kommunikation

Ich will mir gar nicht vorstellen, zu versuchen 15 Mitspieler gleichzeitig  im Chat, geschweigeden über Voice, zu verstehen.

7. Mehr organisierte Spiele

Das Logo der Electronic Sports League.Je kleiner die Teams sein müssen, desto einfacher ist es einen Clan zu starten und an einer Liga teilzunehmen. Auch geschlossene Spiele unter Freunden oder Gathers lassen sich einfacher realisieren. Auch wer nicht vor hat competitive zu spielen darf nicht vergessen, dass ein Spiel ohne competitive Szene nicht lange am Leben bleiben kann. Denn sie bringt nicht nur ihre Ideen in die Weiterentwicklung des Spiels ein, sie sorgt auch für mediale Aufmerksamkeit und lockt kontinuierlich neue Spieler an.

8. Leichteres Server füllen

Logisch: Je weniger Spieler benötigt werden, desto einfach hat man es, den Server auf spielbares Niveau zu füllen.

9. Mehr Konkurrenz

Es gibt schon mehrere etablierte RTS/FPS Spiele für Massenschlachten wie Battlefield oder Enemy Territory. Diese verfügen über eine größere Fanbase und größere Marketingbudgets. Sich mit ihnen zu messen dürfte für Unknown Worlds nicht leicht werden.

10. Spieler lernen schneller

Auf kleinen Servern ist jeder Spieler ein wichtiger Teil des Teams und wird von seinen Kameraden gezwungen schnell zu lernen.

Was spricht für große Teams?

Doch auch große Teams können ihre Vorteile haben:

1. Individuelle Performance zählt weniger

Dieses Argument ist ein Dorn im Auge jedes competitive Spielers doch auf einem Public ist es durchaus angebracht. Wenn die individuelle Leistung jedes einzelnen Spielers weniger wichtig wird, dann kann ein schlechter Spieler das Spiel für sein Team nicht so leicht ruinieren. Wenn in NS1 ein Marine Mist baut verliert das Team 20% seiner Schlagkraft. Bei 16er Teams wären es unter 7%.

2. Server bleiben länger voll

Wenn nach einer Runde 4 von 12 Spielern quitten ist die nächste Runde unspielbar (und es quitten noch mehr). Bei größeren Servern kommt dieses Problem sehr selten vor.

Unser Wunsch?

Ideal wäre es, wenn das dynamische Ressourcen-System so gut skaliert, dass sowohl kleine als auch große Teams unter fairen Bedingungen gegeneinander antreten können. Wie denkt ihr darüber? Wollt ihr lieber 6vs6 oder 16vs16? Welcher Modus ist wichtiger für die Spieler und auf welchen können sie eher verzichten?

Bilderquellen:

Idee von Are Smaller Teams Better? (Sirot)